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Sonntag, 3. Juli 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 20 für Island gibt es gefesselten Lachs im Zucchiniboot…

…da hatte ich aber jetzt ein echtes Problem, kein einziges Rezept der isländischen Küche habe ich gefunden. Also das eine oder andere zwar schon, aber keins das ich hätte umsetzen können. Irgendwie scheiterte das an den Zutaten. Ich dachte mir mit Fisch liege ich nicht ganz so falsch und da es sogar Reiseanbieter gibt die geplante Lachsangelreisen nach Island durchführen, ist die beste Wahl ein Lachs. Der nächste Punkt, das Land ist komplett mit Wasser umgeben, also wäre ein Boot nicht schlecht. Jetzt kannst Du es Dir sicher schon denken, ich habe meinen Lachs ans Boot gefesselt, damit er mir nicht alleine davon schwimmen kann.
Aber jetzt mal ehrlich und Butter bei die Fische.
Die isländischen Jungs sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe heute meinen ganzen Ehrgeiz ins Gericht investiert, als würden unsere eigenen Jungs spielen. Gestern haben sie sich ja etwas schwer getan, aber ich denke es lang eindeutig an dem Kartoffelsalat, da war zu viel Pesto drin und deshalb hatten die Italiener etwas Rückenhalt.
Das passiert mir heute nicht, Tomaten und Zucchini sind keine typisch französischen Zutaten und Lachs ja sowieso nicht.
Also schau mal selber, was meinst Du, ist doch eine Speise die leicht ist, nicht beschwert und auch einem Isländer schmecken müsste, oder!?
Wir drücken die Daumen und wünschen den Isländern viel Erfolg, aber nichts desto trotz, der Bessere soll gewinnen.
Gefesselter Lachs im Zucchiniboot (die Idee habe ich aus einem Kochbuch von Otto Koch)
1 Fleischtomate, gehäutet und in Würfel geschnitten
Pro Person eine mittelgroße Zucchini
Pro Person ein langes Lauchblatt
Pro Person ein Lachsfilet á ca. 150 g
250 ml würzigen Gemüsefond
1 Schalotte in kleine Würfel geschnitten
1 großen Esslöffel Butter
1 Esslöffel Petersilie, fein gehackt
1 Esslöffel Basilikum, fein gehackt
1 Esslöffel Kerbel, fein gehackt
Pfeffer, Salz
Aus den Zucchini jeweils einen Bogen schneiden, das ein kleines Boot entsteht. Nun noch einen glatten Boden schneiden, damit die Boote stehen bleiben. Die Zucchiniabschnitte in kleine Würfel schneiden und zur Seite stellen.
Die Lauchblätter und die Zucchiniboote in kochendem Salzwasser für 3 Minuten blanchieren. Herausnehmen und in Eiswasser abkühlen. Den Lachs etwas salzen und pfeffern und mit Hilfe der Lauchblätter an die Zucchiniboote binden.
Die Gemüsebrühe erhitzen und die Zucchiniboote mit dem Lachs in der Gemüsebrühe auf kleiner Wärme garziehen lassen.
Zwischenzeitlich die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Tomatenwürfel, die gehackte Schalotte mit den Zucchiniwürfeln in der Butter schwenken bis sie gar sind. Mit Salz, Pfeffer und den Kräutern würzen.
Die Boote zusammen mit dem Gemüse auf Teller anrichten und servieren.

Samstag, 25. Juni 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 14 – für Nordirland Shepherd´s Pie mit Polenta …

…also nach einer kurzen Pause geht es weiter, schließlich muss man sich auf so ein Achtelfinale auch vorbereiten. Man muss mal den Kopf frei bekommen und jeden Tag Höchstleistung bringen, also mal Butter bei die Fische, ich bekomme ja schließlich nicht die Gagen wie die Spieler. Wie im echten Leben muss eben alles gut dosiert sein. War gar nicht so einfach das Richtige zu finden und jetzt sach doch mal, hast Du gesehen für welche Spieler Länder ich in den letzten Tagen schon alles gekocht habe? Da bleibt nicht mehr viel übrig. Okay, das eine oder andere Land habe ich natürlich verpasst, aber was kann ich dafür, wenn die ausscheiden. Meine Konzentration liegt im Moment auf die, die noch im Spiel sind. Für das Viertelfinale wünsche ich mir dann natürlich die Länder die ich noch nicht bekocht habe, wie z.B. die Schweiz, aber die EM ist ja kein Wunschprogramm.
Heute ist meine Kochwahl auf Nordirland gefallen. Ich könnte jetzt lästern und mich über die unterirdische Küche der Insel lustig machen, aber das wäre gemein und sicherlich so auch nicht richtig. Man muss auch mal schauen wieso die Inselküche so verpönt ist. Die Inseln da oben im Nordatlantik sind halt nicht so klimaverwöhnt wie die Staaten am Mittelmeer, oft fehlt eben die Intensivität der Sonne und zu viel Regen tut auch nicht gut und dann ist die Produktauswahl auch schon mal begrenzt.
Lange habe ich gesucht, denn es sollte ja auch nicht das Übliche sein. Ein Pie ist bezeichnend,, also gibt es Pie. Kein Applepie, das ist auch eher Ammiland, ich habe mich für Shepherd´s Pie mit Polenta entschieden. Das war echt gut, mit wenigen Zutaten ein tolles Gericht. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob Tomaten und Parmesan so wirklich authentisch sind. Schau einfach mal selbst. Das Rezept habe ich übrigens bei Essen und Trinken gefunden.
Shepherd´s Pie mit Polenta
für na sagen wir mal 3 Personen
150 g Staudensellerie
150 g Lauch
250 g Rindergehacktes
2 Esslöffel Öl
2 Esslöffel Tomatenmark
1 Teelöffel edelsüßes Paprikapulver
500 g passierte Tomaten
100 ml Gemüsebrühe
Salz und Pfeffer
250 ml Milch
125 ml Wasser
80 g Polenta-Maisgrieß
30 g Parmesan (frisch gerieben)
25 g Butter

Sellerie und Lauch putzen und fein würfeln. Das Gehackte im heißen Öl krümelig und braun anbraten.
Lauch, Sellerie, Tomatenmark und Paprikapulver kurz mitrösten. Mit den passierten Tomaten und der Brühe ablöschen. Mit Salz und Pfeffer würzen und gute 20 Minuten köcheln lassen.
Zwischenzeitlich das Wasser mit der Milch und 1/4 Teelöffel Salz zum Kochen bringen. 70 g Polenta-Maisgrieß unter Rühren in das Milchgemisch rieseln lassen und bei milder Hitze und unter Rühren ca. 5 Min. garen. Den Käse zusammen mit der Butter unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Rindfleischsauce abschmecken und ggf. mit etwas Salz nachwürzen. In eine Auflaufform (ca. 20 cm Ø) geben. Den Polenta-Brei vorsichtig löffelweise gleichmäßig obenauf verteilen und ziemlich glatt streichen. Die restlichen 10 g Polenta-Maisgrieß aufstreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad (Umluft 200 Grad) auf der mittleren Schiene 20 Minuten knusprig backen.
Wegen der Optik am Besten in der Schale servieren.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Früher war es der Henkelmann heute gibt es den One Pot, oder NudelOnePot im Büdchen…

…solltest Du ein Kind sein das aus einer Region stammt in der Industrie zuhause ist, also ähnlich wie das Ruhrgebiet, dann kennst Du sicher von Eltern oder Großeltern noch den Henkelmann, oder zumindest den Begriff. Der Henkelmann war nichts anderes wie ein Behältnis aus Blech in dem Essen transportiert und in einem Wasserbad erwärmt wurde. Na und wer hat es erfunden? Die Schweizer waren es. Die Bergbauarbeiter (ätsch), also die vonne Zeche. Die Mama kochte lecker Essen, irgendetwas einfaches, Suppe oder Eintopf. Allerdings recht deftig. Das wurde dann in die Büchse gefüllt (somit bekommt Dosenfutter gleich eine ganz andere Bedeutung) und der Papa oder Opa nahm es am nächsten Tag mit auffe Schicht. Dann hat er sich das Büchschen im Wasserbad heiß gemacht und schon war die Mittagspause gerettet.
So und jetzt sag Du nochmal Dosenfutter taugt nichts. Mit Liebe und Hingabe wurde das früher gekocht, eigentlich nicht anders wie man es auch heute noch macht.
Quasi alles aus einem Topf, man könnte meinen die alte Form des one Pot Kochens.
Wenn da nicht dieser ganz kleine gewisse Unterschied wäre.
Früher wurde der Kappes auch mal ganz gerne von der Mama tot gekocht, das macht heute hoffentlich keiner mehr. Da wäre auch niemand auf die Idee gekommen die Nudeln gleich mit in der Soße zu garen. Oder die Zwiebel nicht anzudünsten.
Aber die Zeiten ändern sich. Heute geht keiner mehr mit dem Henkelmann zur Arbeit und macht das Essen im Wasserbad heiß, höchstens mit dem Plastedöschen und gewärmt wird in der Mikrowelle.
Bei diesem one Pot von dem ich rede läuft alles anders. Das hat eigentlich nichts mit dem ursprünglichen Kochen gemein. Aber mal so ganz unter uns. Es gibt diverse Leute die behaupten das machen nur Blogger, genauso wie ja auch nur Blogger Blogs anderer Blogger lesen, das macht sonst kein normaler Mensch.
Also kann ich dann jetzt davon ausgehen, wir sind unter uns und ich kann offen reden.
Also ich starte dann jetzt mal.
Für das one Pot Projekt benötigst Du einen Topf und eine Feuerstelle. Das kann Dein ganz normaler Herd in der Küche sein, Ceran, Gas oder Induktion, alles egal. Es reicht auch eine offene Feuerstelle oder ein Grill, wichtig du musst Deinen Topf auf der Hitzequelle platzieren können.
Soweit alles klar? Okay, kommen wir zum Rezept.
NudelOnePot (2 Pers.)
Zutaten:
600 ml Wasser
200 g Nudeln (ich bevorzuge kleine Makkaroni)
2 Zwiebeln in Würfel gehackt
1 Knoblauchzehe ebenfalls fein gehackt
250 bis 300 g Cherrytomaten, halbiert
1 Esslöffel Tomatenmark
Pfeffer, Salz
1-2 Esslöffel Oregano (kann auch getrockneter sein)
2-5 Frühlingszwiebeln in kleine Stücke geschnitten
Alle genannten Zutaten in einen Topf geben, durchrühren und einmal kurz aufkochen, nochmals durchrühren. Topf mit Deckel verschließen, Temperatur auf mittlere Stufe herunterschalten und gute 15-20 Minuten garen. Ich habe zwischenzeitlich immer mal kurz umgerührt.
Nach angegebener Garzeit den Nudeleintopf evtl. nochmals mit Pfeffer und Salz abschmecken. Wenn Du möchtest mischt Du noch kleine Mozzarellakugeln unter. Die gibt es mittlerweile auch von der Büffelkuh.
Nun gibst Du jeweils etwas von dem Nudelgericht auf Teller, mischt noch einige Basilikumblätter unter und hast hoffentlich einen guten Appetit.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Wir üben den Sommer, oder Tomatensuppe mit Mozzarellacreme….

…man kann sich nie früh genug vorbereiten, finde ich!
Nehmen wir mal an Du sitzt zuhause auf Deinem Sofa, schaust zum Fenster hinaus und denkst, wann kommt endlich Frühling. Und dann Schwupps ist es passiert, es ist Sommer. Du hast quasi Deinen Einstieg verpasst. Tja und jetzt stehst Du da. In Deinem Kopf schwirren noch Enten und Gänsebraten, Knödel und Rotkohl, aber die innerlichen Geschmacksuhren wollen etwas Frisches, Fruchtiges.
Bärlauch und Konsorten hast Du ja leider verpasst, Du musstest ja auf dem Sofa sitzen.
So, oder so ähnlich hätte es sein können, war natürlich nicht so und Du lässt auch nicht eine saisonale Spezialität aus. Du bist sicher derzeit mit dem Spargel beschäftigt. Den Weißen, den Grünen oder gar der Lila kommt auf Deinen Teller. Ich habe hier noch ein schönes Rezept mit grünen Spargel, aber dafür muss ich am Wochenende zum Markt. Das ist also nichts für mitten in der Woche. Mitten in der Woche bieten sich Tomaten an. Wenn Du etwas faul bist und nicht so richtig Lust aufs Kochen hast, bieten sich Tomaten an. Möchtest Du mit wenig Aufwand satt werden, bieten sich Tomaten an. Liegen die Außentemperaturen über 20°C und Du bevorzugst leichte Kost, bieten sich Tomaten an.
Kurzum, es kamen im Büdchen Spargelstangen Tomaten auf den Tisch und zwar in Form einer Suppe. Ja, gähne ruhig, denke weiterhin *oh no, die zehntausendste Tomatensuppe* und lese auf einem anderen Blog weiter, Aber dann wirst Du nicht nur die megaschnelle Tomatensuppe verpassen, sondern auch eine geniale Mozzarellacreme.
Ich weiß, Du bist in Eile also kommen wir jetzt zum Rezept.
Tomatensuppe mit Mozzarellacreme
 Tomatensuppe Zutaten:
2 Knoblauchzehen fein gehackt
100 g Zwiebelwürfel
2 Esslöffel Olivenöl
1 Rote Paprikaschote in Würfel
800 g passierte Tomaten (oder aromatische Fleischtomaten klein gehackt)
500 ml Wasser
70 g Tomatenmark
2 -3 Teelöffel getrockneter Oregano
1 Teelöffel Zucker
Zitronensalzflocken und Pfeffer
1 Handvoll Basilikumblätter
Knoblauch und Zwiebelwürfel im heißen Olivenöl andünsten. Paprikawürfel zufügen und mitdünsten. Tomatenmark in den Topf, alles einmal kurz vermischen. Mit den Tomaten und dem Wasser ablöschen. Oregano, Zucker, Salz und Pfeffer zugeben. Alles aufkochen. Im geschlossenen Topf gute 15 Minuten köcheln lassen. Basilikumblätter zerzupfen und zugeben. Die Suppe mit einem Mixstab fein sämig pürieren. Sollte Dir die Suppe zu sämig sein, kannst Du mit etwas Wasser verlängern. Die Sämigkeit ist sehr von den Tomaten abhängig.
Mozzarellacreme Zutaten:
1 Büffelmozzarella
30 ml Olivenöl
50 -80 ml Sahne (mind. 32%)
1 Teelöffel Oregano als Pulver (ggf. getrockneten Oregano ganz fein mörsern)
Zitronensalzflocken, schwarzer frischer Pfeffer
Den Mozzarella zerpflücken, Öl und Sahne angießen, die Gewürze zugeben und alles zusammen sehr kräftig mit dem Pürier
stab vermischen. Die Menge der Sahne ist von der Konsistenz des Mozzarellas abhängig. Sollte die Masse zu fest bleiben muss mit Sahne und Öl nachgeholfen werden. Bei dem Mozzarella solltest Du wirklich auf eine sehr gute Qualität achten, mit dem "Stinknormalen" wird das nix.


Die Suppe jeweils mit einem Klecks Mozzarellacreme auf Teller anrichten und mit Basilikumblättchen dekorieren. Etwas Brot dazu kann nicht schaden.

Donnerstag, 28. April 2016

Kleines Buch mit geballter Ladung, oder geschmorte Kalamare mit Tomaten…

…ich weiß, der April ist kein Tomatenmonat, aber im Rahmen des näher zusammen rücken der ganzen Welt, sind die Tomaten mittlerweile ganzjährig allerorts vertreten. Nein, ich werde jetzt keine Grundsatzdiskussion initiieren um den Sinn, oder Unsinn. Ich möchte nur gelegentlich darauf aufmerksam machen, dass eine Tomate im April durchaus in die Kategorie Luxus gehört.
Wenn Du in meinem heutigen Rezept noch die anderen Zutaten liest, stehst Du knapp vor der Schnappatmung was die Regionalität angeht. Was hältst Du von kleinen Kalmaren, roter Paprika, frischen Thymianzweig und Piment d’Espelette.
Das Rezept kommt nicht von mir ich wasche meine Hände in Unschuld, ich habe es mir aus einem kleinen Buch gefischt. Ein kleines handliches Buch mit 72 Seiten im Hardcover und den Maßen 19 x 19 cm. Das Buch ist im Jan ThorbeckeVerlag erschienen und dort war man so freundlich und hat mir dieses nette Büchlein zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle herzlichen Dank.
Wenn Du meinst dieses kleine Format kann ja so unglaubliche Überraschungen nun nicht gerade beherbergen, dann täuscht Du Dich gewaltig. Wunderbare Rezepte habe ich direkt beim ersten durchblättern gefunden und wie Du mich kennst, entsprechend nachgebastelt. Demnächst werde ich Dich mit Carpaccio von gemischten Gemüse, Mini-Blechkartoffel und einer exzellenten Kartoffelpizza überzeugen.
Aber heute bringe ich dich auf den Geschmack dieser schönen Lektüre und natürlich den geschmorten Kalmar.
Doch eh ich zum Rezept komme möchte ich Dir noch etwas über das Buch bzw. die Autorin erzählen.
Bérengère Abraham, die Autorin, hat Kunst studiert und arbeitete als Hauswirtschaftlerin für zahlreiche französische Zeitschriften. Sie hat mehrere Bücher über französische Küche veröffentlichtunter anderen mir drei bekannte im Thorbecke Verlag. Eins der Drei ist meine heutige Vorstellung mit dem Titel „Tomaten, Bohnen und Paprika“. Kochen mit Sommergemüse. Okay der Sommer ist noch verdammt weit weg, zumal der Frühling ja noch nicht einmal richtig Einzug gehalten hat. Aber meine Devise, man kann ja den Ernstfall proben. Also bestaune ich das kleine Buch mit den 72 Seiten wie auch die reizenden Bilder von Valérie Lhomme. Ein Vorwort gibt es nicht, aber dafür startet es gleich mit einem Inhaltsverzeichnis. Die Erste Rubrik heißt „Sommergemüse“, was mich etwas verunsichert, denn ich dachte im ganzen Buch geht es um Sommergemüse. Na okay, im zweiten Kapitel werden „Hülsenfrüchte“, im dritten „Gemüse im Bund“ und im vierten „Noch mehr Gemüse“ unter die Lupe genommen. Es ist ein reines Rezeptbuch. Einige Rezepte sind durch Produktwissen oder diversen Tipps aufgepeppt. Bei jedem Rezept ist jeweils eine Zeitangabe zur Zubereitung und zur Garzeit. Ebenfalls eine Angabe der Personenzahl für die das Rezept reichen soll. Ich denke diese Angabe hätte man sich schenken können, da ich lediglich drei Rezepte gefunden habe wo die Personenzahl von vier Personen abwich. Eine entsprechende Bemerkung bei diesen einzelnen Rezepten hätte meines Erachtens gereicht. Ich konnte 30 Rezepte ausmachen, von denen ich im Hieb, wie schon erwähnt, vier nachgearbeitet habe.
Eh ich Dir das Rezept verrate noch schnell die ISBN 978-3-7995-1033-2, Du bekommst das Buch mit dem Titel „„Tomaten, Bohnen und Paprika“ für 12,99 € im Fachhandel.
Geschmorte Kalamare mit Tomaten und Piment d’Espelette:
Zutaten:
1,5 kg kleine Kalamare
1 Rote Paprika
5 Tomaten
1 Zwiebel in dünne Scheiben geschnitten (das geht gut auf einem Hobel)
2 Knoblauchzehen fein gehackt
3 Esslöffel Olivenöl
2 frische Thymianzweige
2 Rosmarinzweige
1 Teelöffel Paprikapulver
1 Prise Piment d’Espelette
Salz und Pfeffer frisch aus der Mühle
Die kleinen Kalamare putzen und speisefertig säubern. Die Paprika putzen, Strunk und Kerner entfernen und in Streifen schneiden. Die Tomaten entkernen und in grobe Stücke teilen. Die Zwiebelringe zusammen mit dem gehackten Knoblauch in Olivenöl anschwitzen.
Die Tuben und Tentakel der Kalamare dazu geben und gute 5 Minuten anbraten. Restliche Zutaten zugeben durchrühren mit Salz und Pfeffer abschmecken und 20 Minuten im geschlossenen Topf dünsten. Den Deckel vom Topf nehmen und weitere 20 Minuten köcheln lassen. Eventuell nochmals abschmecken und sofort servieren.
Mein ganz persönlicher Tipp: kalkuliere für 4 Personen die doppelte Menge ein. Das ist so unglaublich geschmackvoll, da willst Du garantiert einen Nachschlag. Ich warte jetzt auf den Sommer und dann werde ich das Gericht für zwei Tage kochen und alles an einem Abend aufessen, schwöre!

Donnerstag, 11. Februar 2016

Keine Zusätze, kein Fleisch, keine Tüte, kein Gedöns, oder ganz einfach eine schlichte Minestrone…

…auf dem Weg vom Büro zum Parkplatz (keine 500 Meter) schaue ich gerne nochmal eben schnell ins Smartphone. Manchmal gebe ich in die große Suchmaschine Tante Gockel oder so ähnlich, ein-zwei Zutaten/Begriffe ein und schaue was die große Tante ausspuckt. Neulich hab ich nach Suppe mit Tomaten gesucht. Die Tante faselte etwas von italienischer Gemüsesuppe. Plötzlich musste ich an den Kochunterricht damals in der Schule denken. Die Lehrerin, Fräulein Jellinghaus. Ja, Du kannst ruhig grinsen, aber damals sagte man tatsächlich noch Fräulein und so manches Fräulein legte auch äußerst großen Wert darauf ein Fräulein zu sein und durchaus auch zu bleiben. Wie das damals bei dem Lehrerinnen-Fräulein war kann ich Dir gar nicht mehr sagen.
Ich kann Dir auch nicht mehr sagen, ob ich sie nett oder blöd fand. Sie war für mich einfach nur ein Fräulein, irgendwie ganz ohne Bewertung. Das Fräulein unterrichtete Kunst, Religion und Hauswirtschaft und im Letzteren haben wir gekocht. Und gar nicht mal so schlecht.
Es stand nicht viel Geld zur Verfügung (ja auch damals hatten die Kassen für Bildung schon einen engen Gürtel), also musste preiswert gekocht werden.
Es wurden einfache Gerichte gekocht, einfach, schnell und gut, denn schließlich hatten wir lediglich 2 Unterrichtsstunden zur Verfügung und in den 90 Minuten wurde z.B. Gemüse gewaschen, geschnibbelt, gekocht, gegessen.
Am Anfang der Stunde 10 Minuten Theorie. Es musste noch gegessen werden und die Küche wurde auch noch tip top gereinigt.
Versteht sich von selbst dass keine Braten geschmort wurden, oder wir Torten backten. Nee, da gab es mal Arme Ritter mit Kompott, Gurkengemüse mit Kartoffeln oder eine Minestrone.
Ich glaube es war sogar die beste Minestrone meines Lebens. Es kann aber auch sein ich fand sie nur deshalb so klasse, weil es eh die Erste war die ich in meinem Leben aß.
Auf jedem Fall ist sie mir in unvergessener Erinnerung. In der Suppe waren Tomaten, Nudeln und Käse. Zutaten die selbst heute noch von Kindern geliebt werden. Aber es war auch Weißkohl im Suppentopf und jetzt mal ehrlich, es ist schon ein außergewöhnliches Kind das gerne Weißkohl isst, oder!?
Versteht sich von selbst, dass meine Schulfreundin und ich in einer Kochgruppe waren. Wir mussten uns nur einen Blick zuwerfen, um zu wissen was jeweils die Andere über die Zutaten und das Rezept von Fräulein Jellinghaus dachte.
Bei der ersten in Augenscheinnahme kam damals das Süppchen auch nicht wirklich gut weg.
Fräulein Jellinghaus hatte sicher in den 60gern einige Länder bereist, aber ob sie wusste wie eine echte italienische Gemüsesuppe zu schmecken hatte bezweifelten wir doch stark. Nach unseren Vorstellungen gehörte Paprika dort hinein und kein Weißkohl.
War Weißkohl nicht auch typisch deutsch!? Nein, war er nicht. Wenn überhaupt, dann ist er heutzutage vielleicht typisch deutsch, aber seinen Ursprung hat er im Wildkohl und der kommt aus dem Mittelmehrraum. Einen Teil meiner Weisheiten habe ich auf Planet Wissen gefunden. Dort steht auch, dass die Römer ihn als Gartengemüse anbauten und ihn in Suppen aßen.
Hatte Fräulein Jellinghaus womöglich gar nicht so unrecht? Na eigentlich ist es heute ja auch egal und so ganz unter uns, sie war schließlich damals die Lehrerin. Sie musste es doch quasi wissen!
Das Rezept von damals habe ich leider nicht mehr, was ich sehr bedauere, aber mein Rezept kommt der Suppe von einst schon sehr nahe.
Minestrone nach Klärchen Kompott:
2-3 Möhren in kleine Würfel
Ca. 80 – 100g Sellerie in kleine Würfel
1 Stange Porree in Ringe
Eine Petersilienwurzel in Würfel
Einen kleinen Weißkohl, ohne Strunk fein gehobelt
½ Bund glatte Petersilie, fein gehackt
1 Zwiebel in Würfel
Wasser
2 Lorbeerblätter
2-3 Esslöffel Oregano getrocknet
Salz, Pfeffer, 1 Esslöffel Paprikapulver mild
2 Esslöffel Tomatenmark
1 große Dose geschälte Tomaten
2 Esslöffel Olivenöl
100 – 120 g Gabelspaghetti
Parmesankäse gerieben
Einige Scheiben Ciabatta
½ Bund glatte Petersilie fein gehackt als Deko
Alles Gemüse bis auf die geschälten Tomaten in dem erhitzen Olivenöl anbraten. Tomatenmark zugeben und auch kurz auf dem Topfboden anschwitzen. Mit den geschälten Tomaten ablöschen. Die Tomatendose mit Wasser auswaschen und das Wasser zum Gemüse geben. Alles Gemüse soll gut mit Wasser bedeckt sein, ggf. weiteres Wasser angießen. Die Gewürze zugeben und unterrühren. Das Gemüse garen bis es gut bissfest ist. Nun die Gabelspaghetti zum Gemüse geben und garen. Bis die Nudeln weich sind dauert es jetzt nochmals ungefähr 10 bis 15 Minuten. Zwischenzeitlich die Ciabatta-Scheiben auf ein Backblech legen und mit dem Käse bestreuen. Bei 180°C im Backofen unter dem Grill bräunen.
Die Suppe in großen Tellern anrichten und jeweils eine Scheibe Brot in die Mitte setzen.

Übrigens wie schon oben erwähnt, auch in Fräulein Jellinghaus´s Suppe kam Käse. Ob es Parmesan war wage ich zu bezweifeln, den gab es damals noch nicht in unserem Dorf und Brot reichte das Fräulein auch dazu, allerdings war es ganz normales Weißbrot, aber lecker muss es gewesen sein, denn sonst wüsste ich das nicht mehr und hätte sie auch nicht so gut in Erinnerung.


Dienstag, 21. April 2015

Ich sage es jetzt nicht, dass es schon wieder kein Fleisch gab - Blumenkohl in roter Sauce an Kräuterkartoffelpüree mit Backofentomaten…

Eigentlich wäre der Blumenkohl heute noch gar nicht dran gewesen. Aber ich habe eins der bunten Bilder vom Blumenkohl bei Frazebuck veröffentlicht und damit war schon klar, das Rezept muss so schnell wie möglich online.
Jeder kennt sicher Blumenkohl mit brauner Butter oder einer Holländischen Sauce, auch Schinkensahnesauce ist nicht unbekannt, aber wer isst Blumenkohl schon in Tomatensauce!? Tja, und dann auch noch mit einem Kräuterkartoffelpüree. Ein hübscher Teller in den Farben Italiens. Aber es hat nicht nur hübsch ausgesehen, der Geschmack war ebenfalls sehr außergewöhnlich gut und nicht zu Letzt alles in allem recht Figur freundlich und gesund. Ich würde mal sagen, so geht vegetarische Küche, endlich das Zeitalter vorbei, wo Gemüse paniert in Fritteusen baden musste, oder bis zur Unkenntlichkeit in Auflaufschalen geschichtet und mit dicker Sahnesauce überbacken wurden. So jetzt aber genug der Ansprache, hier endlich das Rezept:
Blumenkohl in roter Sauce an Kräuterkartoffelpüree mit Backofentomaten
Kräuterkartoffelpüree:
600 g Kartoffeln
2 Esslöffel gehackte Petersilie
1 Esslöffel gehackte Basilikumblätter
1 Esslöffel fein geschnittener Schnittlauch
1 Teelöffel Thymianblätter, fein gehackt
100 ml Olivenöl
Pfeffer und Salz
Die Kartoffeln schälen und in Salzwasser garen. Die Kräuter mit etwas Salz, Pfeffer und Olivenöl mischen und mit einem Mixstab fein pürieren. Die Kartoffeln abgießen und etwas Kartoffelwasser auffangen.
Die Kartoffeln stampfen und die Kräuterölcreme zu den gestampften Kartoffeln geben.
Alles gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ggf. etwas Kartoffelwasser angießen und unter das Kartoffelpüree rühren. Aber wirklich nur so viel zugeben, bis das Püree schön geschmeidig und eine einheitliche Masse ist.
Blumenkohl in Tomatensauce:
1 Blumenkohl
1 Zwiebel
1 Esslöffel Öl
1 Esslöffel Butter
500 ml passierte Tomaten
1 Esslöffel Öl
Pfeffer und Salz
Den Blumenkohl putzen und in kleine Röschen teilen, gute 100 g Blumenkohlröschen zurückhalten und in ganz kleine Röschen teilen. Den Blumenkohlstrunk schälen und in kleine Würfel schneiden.
1 Esslöffel Öl mit der Butter in einen Topf geben und erwärmen. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und im Ölbuttergemisch glasig dünsten. Die Passierte Tomaten zugeben und mit den Zwiebeln vermischen. Nun die großen Blumenkohlröschen in die Tomatensauce geben und auf kleiner Hitze gar kochen.
Das restliche Öl in einer Pfanne erhitzen und die kleinen Blumenkohlröschen mit den Blumenkohlwürfeln zugeben. Mit Pfeffer und Salz würzen und kräftig anbraten und anschließen gar ziehen lassen.
Backofentomaten:
Ca. 20 Cherrytomaten
Einige Blätter Basilikum
2 Esslöffel Thymianblätter
3-4 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer, Zucker
Olivenöl, oder noch besser wäre Knoblauchöl
Tomaten mit heißem Wasser überbrühen, abgießen und sofort in Eiswasser geben. Abgießen und die Haut der Tomaten abpellen.
Die Tomaten in eine Auflaufschale dicht nebeneinander legen. Die Kräuter aufstreuen, mit Pfeffer, Salz und Zucker würzen. Die geschälten Knoblauchzehen zwischen die Tomaten stecken und mit dem Öl beträufeln. Bei 130°C im vorgeheizten Backofen gute 60 Minuten garen. (Übrigens, die Tomaten kann man auch sehr gut auf Vorrat machen, die schmecken auch so sehr lecker)

Anrichten:
Das Kräuterkartoffelpüree in die Mitte eines Tellers geben. Darauf die Blumenkohlwürfel geben. Den Blumenkohl mit der Tomatensauce rund herum zum Püree geben. Darauf noch kleine gebratene Blumenkohlröschen verteilen. Zwischen den Blumenkohl noch die Tomaten anrichten. Fertig, Essen kommen!!!

Samstag, 18. April 2015

Fleischlos aber glücklich, Linsen-Bolo(gnese) in Rot…

Klar weiß ich was Du jetzt denkst, genau das hat Herr GB sicher auch gedacht- Klärchen spinnt! Aber Klärchen spinnt nicht, Klärchen kocht und zwar Bolognese! Mit roten Linsen!
Okay, okay, alles gut, alles gut, reg Dich nur nicht auf.
Sicher ist das keine Echte, also so ein Original aus Italien, aber durchaus lecker. Eigentlich bin ich auch eher ein Verfechter der Originalen. Nicht umsonst gibt es Traditionsgerichte, wie auch Vorgaben, wie eine Speise zubereitet wird. Klar kannst Du einen Schmorbraten im Dampfgarer, oder Pudding im Backofen machen, aber dann wird es eben *räuspern* äh anders, punkt aus. Und mit den Grundtechniken des Kochen hat das so viel zutun, wie eine Kuh fliegen kann.
Wie oft habe ich in einschlägigen Foren von vegetarischer Bolognese gelesen und mir meinen Teil gedacht. Fast jedes Mal hatte ich den Entschluss gefasst, Klärchen probiere es aus und urteile dann. Ich habe ausprobiert und ich schwenke in diesem Fall die weiße Fahne, lecker. Selbst der fleischverwöhnte Gatte hat Nachschlag verlangt. Eine tolle Alternative für ein fleischloses Mittagessen. Wer fleischlos essen möchte, benötigt also keine Fleischersatzprodukte, es geht auch so, aber das weißt Du ja eh.
Das Einzige was mich jetzt noch störte, war der Namen. Der Begriff Bolognese ist im Büdchen eigens für das Original reserviert. Es widerstrebt mir etwas zu betiteln, das in seinem Ursprung etwas ganz anderes darstellt. Deshalb heißt meine Sauce auch Rote Linsenbolo!
Rote Linsenbolo:
30 ml Olivenöl
200 g Möhren, in kleine Würfel geschnitten
50 g Petersilienwurzel, in kleine Würfel geschnitten
50 g Selleriewurzel, in kleine Würfel geschnitten
100 g Porree in, fein gehackt
1 rote Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 kleine Chilischote, fein gehackt
2 Esslöffel Tomatenmark
200 g Rote Linsen
500 g gehäutete, entkernte Tomaten, in kleine Würfel geschnitten
250 ml Gemüsebrühe
2 Esslöffel Thymianblätter, fein gehackt
2 Esslöffel Rosmarinnadeln, fein gehackt
Pfeffer, Salz, Cayennepfeffer
Das Öl erhitzen und Möhren, Petersilienwurzel, Selleriewurzel, Porree, Zwiebel, Knoblauchzehe, Chilischote zugeben und leicht anschwitzen. Tomatenmark unter das Gemüse mischen und leicht anbraten. Linsen und Tomatenwürfel zugeben und alles unterheben.
Mit der Gemüsebrühe ablöschen und mit den Kräutern würzen. Alles gut 15 bis 20 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Mit Pfeffer, Salz und Cayennepfeffer abschmecken.
Logisch dass Du die Sauce mit Nudeln servierst. Was zu einer richtigen Bolognese gehört, hat auch bei der Linsenbolo Gültigkeit.