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Montag, 27. Juni 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 16 – England, Chicken Tikka Masala statt Fish and Chips…

…unsere Jungs haben gestern eine super Leistung hingelegt und das auf einem Sonntag, wobei der Sonntag doch eigentlich arbeitsfrei ist. Okay, nicht überall aber im Büdchen. Wobei anlässlich der EM werden hier die freien Tage ja auch ganz außer Acht gelassen und vor allem wenn unsere Jungs spielen, wird hier gekocht bis das Büdchen brummt.
Unsere Elf ist gestern ins Viertelfinale eingezogen und nun spielen sie am kommenden Samstag um 21:00 Uhr gegen Italien. Das muss ich erst einmal verdauen, irgendwie ist mir 2006 noch sehr gut in Erinnerung, aber okay, ich bin ja nicht nachtragend.
Jetzt muss ich echt etwas ganz besonderes zaubern, damit sie Ansporn zum Gewinnen bekommen und sich nicht wieder austricksen lassen. Denn nur Gewinner und faire Spieler bekommen aus dem Büdchen eine Belohnung.
Heute spielt England und für die habe ich noch nicht gekocht, also wird das jetzt wohl mal langsam Zeit und Du kannst Dir vorstellen was es heute gibt. Neeee, nicht Fish and Chips sondern Chicken Tikka Masala. Also ehrlich, bei den Engländern gibt es durchaus mehr als Fish and Chips.
Durch ihre Kolonien auf der ganzen Welt ist der Gewürzschrank gut gefüllt und das brauchen wir für das Chicken Tikka Masala. Dieses Gericht hat seine Wurzeln irgendwo in der Indischen Küche und wie Wiki zu berichten weiß, wurde es in Großbritannien 2001 als beliebtestes Gericht erhoben, also nix mit Fish an Chips. Vielleicht hilft es den Engländern ja heute bei ihrem EM-Spiel, wenn nicht kann ich es leider auch nicht ändern. Doch den eigentlichen Zweck hat es erreicht, uns hat es sehr gut geschmeckt.
Aber eine Anmerkung habe ich noch, auch wenn dieses Gericht heute den Engländern gewidmet ist, aber die sollen mal schön mit Island teilen und ich würde mich freuen, wenn wir Island in Viertelfinale wiedersehen.
Chicken Tikka Masala
3 Knoblauchzehen
frischer Ingwer (ca 4 cm lang und Daumen dick)
1 entkernte, rote Chilischoten
Olivenöl
1 Esslöffel Senfsaat
1 Teelöffel Paprikapulver, scharf
1 Teelöffel gemahlener Cumin (Kreuzkümmel)
1 Teelöffel gemahlener Koriander
2 Esslöffel Garam Masala
200 g Naturjoghurt
4 Putenschnitzel, in große Würfel geschnitten
1 Esslöffel Butter
2 mittelgroße Zwiebeln, geschält und in feine Würfel geschnitten
1 Esslöffel Tomatenmark
500 ml Wasser
eine Handvoll Cashewkerne (ganz oder sehr grob gehackt)
Meersalz
150 g Crème double
2 Esslöffel frischer Koriander, gehackt
Saft von 1 Limetten
Knoblauch und Ingwer fein reiben, oder hacken. Die Chili sehr fein hacken und mit dem Knoblauch und dem Ingwer mischen.
Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Senfsaat hineingeben. Sobald sie zu platzen beginnen, zusammen mit Cumin, Paprikapulver, dem gemahlenen Koriander und 1 Esslöffel Garam Masala zur Knoblauch-Ingwer-Mischung geben.
Die Hälfte der Mischung mit dem Joghurt vermengen, mit den Putenstücken in eine Schüssel geben, umrühren und ca. 30 Minuten marinieren.
Butter in einen Topf geben und erwärmen. Zwiebeln und die restliche Hälfte der Gewürzmischung bei sanfter Hitze ca. 15 min. dünsten. Tomatenmark, die Cashewkerne, 500 ml Wasser und einen halben Teelöffel Salz dazugeben. Gut verrühren und einige Minuten köcheln lassen. Die Soße etwas reduzieren und dabei dicklicher einkochen, anschließend zur Seite stellen.
Die marinierten Putenstücke in eine heiße Pfanne geben und anbraten.
Die Soße erwärmen, Crème Double und den restlichen Esslöffel Garam Masala hinzugeben. Die Putenstücke zugeben und gute 10 bis 15 Minuten auf kleinster Hitze garziehen lassen. Nach Geschmack mit gehacktem Koriander und Limettensaft abschmecken, evtl. nochmals etwas nachwürzen, bzw. salzen.
Mit Reis oder Naan-Brot servieren.

Sonntag, 26. Juni 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 15 – natürlich für unsere Jungs, aber heute belgisches Schwarzbierrindfleisch…

…ich hoffe unsere Jungs gewinnen und hinterher können sie sich dann eine Portion abholen. Vor dem Spiel ist das zu schwer, obwohl da schon viel Gemüse drin ist, aber auch Bier, und zwar Schwarzbier. Alkohol vor dem Spiel geht ja gar nicht. Du fragst Dich sowieso wieso ich unseren Jungs etwas Belgisches koche? Du weißt doch, jeden Spieltag ein anderes Gericht aus einem anderen Land, aber nur aus Ländern die an der EM teilnehmen, oder teilgenommen haben.
Dreimal haben unsere Jungs schon gespielt und dreimal habe ich schon für sie gekocht. Das erste Spiel gegen die Ukraine, da gab es ein Süßkartoffelingwersüppchen und prompt hatten sie 2:0 gewonnen. Das zweite Spiel gegen Polen ist 0:0 ausgefallen, war aber auch klar, denn ich hatte die polnischen Piroggen ja irgendwie für beide gekocht. Im dritten Spiel haben die kroatischen Cevapcici unseren Jungs Glück gebracht, mit einem 1:0 gegen Nordirland konnten sie ins Achtel hinein feiern.
Tja und jetzt habe ich mich wieder in die Küche geschwungen.
Ein Gulasch mit Schwarzbier, kräftig im Geschmack aber mit viel Gemüse, ein Rezept aus Belgien und weil die Belgier heute auch noch spielen, ist das hoffentlich eine gute Wahl für beide Mannschaften.
Das Rezept habe ich wieder bei Essen und Trinken gefunden.
Rindfleisch-Eintopf mit Schwarzbier
350 g Perlzwiebeln (oder kleine Schalotten)
5 Möhren
500 g Sellerieknolle
Salz
2 Esslöffel Mehl
6 Stiele frischen Thymian
1 Prise Zucker
800 g Rindergulasch
2 Esslöffel Butterschmalz
Pfeffer (frisch gemahlen)
3 Esslöffel Tomatenmark
½ Liter dunkles Bier (z. B. Köstritzer, Guinnes, oder Andechser Doppelbock Dunkel)
1 Knoblauchzehe fein gehackt
2 Lorbeerblätter
250 g Prinzessböhnchen
Zwiebeln schälen. Je nach Größe die Zwiebeln eventuell halbieren. Möhren und Sellerie putzen und in mundgerechte Stücke schneiden.
Fleisch portionsweise bei starker Hitze im heißen Butterschmalz im Bräter anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen und herausnehmen. Zwiebeln, Möhren und Sellerie im Bratfett anbraten. Fleisch und Tomatenmark wieder zum Gemüse geben und kurz mitbraten. Mit Mehl bestäuben und etwa 2-3 Minuten andünsten. 750 ml Wasser und Bier dazugießen, gut verrühren, aufkochen lassen.
Thymian, Knoblauch und Lorbeer dazugeben. Alles aufkochen und etwa 2 Stunden zugedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen. Gelegentlich umrühren und eventuell etwas Wasser angießen.
Zwischenzeitlich die Bohnen putzen und halbieren. Kurz im heißen Salzwasser aufkochen, im kalten Wasser abschrecken und zum Rindfleisch in den Topf geben.
Jetzt nochmals gute 30 Minuten weiter garen. Die Thymianstiele und Lorbeerblätter entfernen. Den Rindfleischtopf mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
 Dazu Kartoffel oder ein selbstgebackenes rustikales Baguette. Ich hatte noch einige Möhren übrig, deswegen habe ich sie kurz gegart, in etwas Butter geschwenkt und mit auf den Teller gelegt. Gemüse hat ja noch nie geschadet, oder!?

Dienstag, 21. Juni 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 12 – Kroatisches für unsere Jungs…

…es tut mir wirklich leid, aber heute spielten wieder die Jungs aus der deutschen Ecke und da kann ich nicht anders wie fast nur noch daran denken und an die Frage, schaffen sie es oder nicht.
Wie, Du fragst was sie schaffen sollen? Na Mensch, ob sie ins Achtel kommen oder nicht. Gibt es heute wichtigere Fragen? Na okay, vielleicht noch eine, was ich für sie kochen soll.
Gleich vorweg, sie haben es geschafft, sie kommen ins Achtel.
Eigentlich wollte ich heute für die Kroaten kochen, Du weißt schon, der Plan lautete an jedem Spieltag ein anderes Land.
Aber die Realität sieht dann doch ganz anders aus. Ich würde es an den Tagen, wenn MEINE Jungs spielen, gar nicht übers Herz bringen, nichts für sie auf den Tisch zu bringen.
Du kannst ruhig lachen, ich weiß auch selber, dass sie vor Ort fürstlich bekocht werden und ich mit meiner Büdchenküche nicht mithalten kann, aber jetzt stell Dir mal vor, ich koche nichts für sie und die Jungs hätten das Spiel vergeigt. Ja meinst Du ernsthaft ich könnte mit den Gewissensbissen unbeschwert weiterleben?
Außerdem, am Ende wird abgerechnet. Sollten sie, also meine Jungs, Europameister werden, kann ich mir auf die Schulter klopfen. Schließlich kann nicht jeder von sich behaupten für sie gekocht zu haben, ich dann aber schon.
Aber ich quatsche und quatsche wieder und Du weißt immer noch nicht was es auf die Gaben gibt.
Tatatataaaaaa: Cevapcici mit Djuvek und Ajvar. Natürlich alles hausgemacht, versteht sich von selbst. Und damit es auch für die kroatischen Buschen reicht eine große Portion. Die einzigen die es verfluchen werden, werden morgen die Kollegen sein, die sich in mein Büro trauen. Gut dass es noch kein Geruchsinternet gibt, denn mit Knoblauch habe ich nicht gespart.
Cevapcici mit Djuvek und Ajvar
500 g Rindergehacktes (die originalen werden aus vier verschiedenen Fleischsorten vom Rind gemacht, Schulter, Brust, Bauch und Hals)
100 g geräucherte Schinkenspeck
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz und Pfeffer
Alles ganz gründlich verkneten und zu kleine ca. 8 cm lange Röllchen formen.
Die Röllchen langsam grillen bis sie rundherum schön braun sind.
Djuvec:
2 Tassen Langkornreis
1 Zwiebel in feine Würfel
2 Knoblauchzehen fein gehackt
1 rote Paprika, ebenfalls in Würfel geschnitten
4 Tassen Gemüsebrühe
2 Esslöffel Tomatenmark
½ Teelöffel Rosenpaprika
Salz
2 Esslöffel Öl
Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel, Knoblauch und Paprikawürfel gute 2 Minuten andünsten. Reis, Tomatenmark, Rosenpaprika und Salz zufügen. Solange dünsten bis der Reis das Öl aufgesogen hat. Die Brühe angießen und einmal aufkochen lassen. Auf kleiner Hitze den Reis 20 Minuten gar ziehen lassen.
Ajvar:
4 rote Paprikaschoten
2 Esslöffel Öl
Salz
Paprikaschoten in Segmente schneiden und auf ein Backblech legen. Im Backofen unterm Grill rösten bis die Haut schwarz ist und aufplatzt. Aus dem Backofen nehmen und ein kaltes feuchtes Tuch auf die dunklen Schoten legen. Das Tuch abnehmen und dann die Haut abziehen. In einem Topf das Öl geben und erhitzen. Den Paprika zufügen und auf kleiner Stufe so lange kochen bis der Paprika komplett zerfällt. Den Paprika mit einem Pürierstab aufmixen und mit Salz abschmecken.
Das Mus in Gläser füllen und abkühlen lassen. Wenn Du es haltbar machen möchtest dann fülle das Mus in Schraubgläser und koche sie 20 Minuten ein.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Die Dicke und der Hässliche, oder Bohne trifft Teufel…

…allem voran, für den Gatten waren es die besten Bohnen die er jemals gegessen hat - sagte er. Schon nach den ersten Bissen schwelgte er auf der Gourmetwolke und konnte von der kleinen Dicken nicht genug bekommen. Die Rede ist von dicken Bohnen wie ich sie niemals zuvor zubereitet habe.
Okay, vielleicht war es auch das Zusammenspiel mit dem Teufel, das das Geschmackserlebnis aufblühen ließ.
Eh Zweifel aufkommen, ich fröne nicht der schwarzen Magie, in meiner Pfanne lag der Teufel und zwar der Seeteufel.
Jetzt staunst Du, oder wunderst Dich über die Kombination von dicken Bohnen und Seeteufel? Warte ab, es kommt noch besser. Röstzwiebeln und eine Zitronen-Thymianbutter machten das Gericht rund. Es ist ein wunderbares leichtes Sommergericht, das Du in 30 Minuten auf dem Tisch bringen kannst. Für die dicken Bohnen kann ich ohne Einschränkungen gefrorene Bohnen empfehlen. Die TK-Bohnen bekommst Du zu jeder Jahreszeit und bist somit, was die Saison angeht, komplett aus dem Schneider.
Solltest Du allerdings an Freizeitüberschuss leiden, liegt es natürlich in Deinen Händen, die Frischen auf dem Markt zu kaufen, sie zu pellen und zu blanchieren. Aber dann vergiss sofort wieder die 30 Minuten, das packst Du nicht. Du wirst ja auch sicherlich nicht den Seeteufel selber angeln wollen.
Gut, dann sind wir uns ja einig, wir wollen was machen was schnell geht, aber trotzdem geschmacklich ganz oben angesetzt ist.
Seeteufel von Haus aus ist ja jetzt nicht wirklich der Allerweltsfisch. Du bekommst ihn eben nur in einem gutsortieren Fischladen, oder an den ganz besonders guten Ständen auf dem Markt. Er gehört zu den Edelfischen und mal so ganz unter uns, eigentlich dürfte ich ihn hier gar nicht erwähnen, oder gar verkochen. Ich weiß, es gibt keine vernünftigen Argumente mit denen ich den Kauf bzw. den Verzehr begründen kann. Das Einzige was mir dazu einfällt, er schmeckt unbeschreiblich gut und es gibt keine Alternative und somit sind wir auf der sicheren Seite was * geschmacklich ganz oben* angeht.
Eine Mühe musst Du Dir aber machen, Du musst die Bohnenkerne der dicken Bohnen noch aus den Hülsen schälen.
Diese dicken Hülsen sind mehlig und nehmen dem zarten Bohnenkern den eigentlichen feinen Geschmack. Der mehlige gewohnte Geschmack der Bohne erschlägt den Seeteufel und das willst Du nicht, denn schließlich ist der arme Fisch ja schon gestorben.
Ich glaube die wichtigsten Dinge die Du berücksichtigen solltest habe ich erwähnt. Dann kommt hier jetzt das ganze Rezept.
Sahne Bohnen mit Seeteufel an Zitronen-Thymianbutter mit Röstzwiebeln für 2 Personen:
Sahne Bohnen:
600 g Dicke Bohnen (Tiefkühlware, bei frischen die noch aus den Hülsen geschält werden müssen, mindestens das Dreifache, also 1800 g)
200 ml Sahne
1 Esslöffel Thymianblätter (frische)
Pfeffer, Salz und Muskatnuss frisch gerieben
Salzwasser zum Kochen bringen, die Bohnen in das kochende Wasser geben und 2-3 Minuten kochen. Abgießen und sofort aus der mehligen Hülse pellen.
Sahne in einen Topf geben. Thymian, Salz und Pfeffer zugeben und etwas einkochen, gut auf die Hälfte. Die Bohnenkerne in die Sahnesauce geben und auf kleinste Stufe herunterschalten. Die Bohnenkerne sollen in der Sauce jetzt nur noch etwas gar ziehen. Vor dem Servieren noch mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Röstzwiebeln:
2 Esslöffel Olivenöl
2 Zwiebeln
Die Zwiebeln schälen und in äußerst feine Scheiben schneiden. Das geht auf einem Hobel besonders gut. Nun in einer kleinen Pfanne das Olivenöl erwärmen und die Zwiebelringe, -scheiben in das Öl geben. Langsam die Zwiebeln braten bis sie knackig und vor allem schön braun sind.
Seeteufel Medaillons:
Ca. 350 bis 400 g Seeteufel
Etwas Mehl
Pfeffer und Salz
2 Esslöffel Olivenöl
1 kleinen Zweig Thymian
1 Esslöffel Butter
Saft ½ Zitrone
Seeteufel in Medaillons schneiden, mit Salz und Pfeffer von beiden Seiten würzen und mit etwas Mehl bestäuben. Das Olivenöl in einer Pfanne erwärmen und den Fisch von beiden Seiten zügig braten. Die Medaillons können ruhig leichte bräunliche Bratspuren aufweisen.
Den Fisch aus der Pfanne heben und warm stellen.
Nun die Butter, den Thymian und den Zitronensaft in den Bratensatz geben. Einmal aufkochen lassen.

Die Bohnen mit der Sahnesauce auf Teller anrichten, den Seeteufel obenauf setzen, mit den Röstzwiebeln verzieren und als Topping oben auf den Fisch die Zitronen-Thymian-Butter träufeln.

Dienstag, 9. Februar 2016

Ein Flattermann kommt selten allein, oder Bressehuhn ohne Ingwer…

…ist jetzt schon einige Zeit her, ich glaube so drei Wochen, da gab es bei uns Huhn. Erst gab es das französische Landhuhn und just am Wochenende darauf ein Bressehuhn. Jetzt fragst Du Dich, ob mir nichts Anderes eingefallen ist was ich hätte kochen können!? Nööö, das war Absicht. Unzählige Male habe ich gehört wie kulinarisch verliebte Zeitgenossen von der Zartheit eines Bressehuhns schwärmten. Wie saftig es ist und unvergleichbar köstlich. Ich wollte wissen ob es einen Unterschied zu einem anderen saftigen Huhn gibt. Natürlich eins aus ähnlicher Haltung.
Kurz und knapp, kein Vergleich, das Bressehuhn hat alle Ehre verdient! Ich behaupte mich erinnern zu können, dass es früher bei meiner Mutter auch solch saftige Hähnchen gab. Ich hab sie geliebt! Beide! Also auch die gebratenen Hühner. Das hatte meine Mutter drauf, knusprige Haut und saftiges zartes Hühnchenfleisch das auf der Zunge förmlich zerschmolz.
Genauso wie ich es in Erinnerung hatte, so war es jetzt auch mit dem Bressehuhn. Erst zerschmolz das Fleisch auf der Zunge, dann zerschmolz ich vor lauter Genuss wie Butter in der Sonne.
Quasi ein Déjà-vu. Allererste Sahne.
Meine Frazebuck-Freunde würden sagen, ganz großes Kino. Aber die sehen ja immer nur die Bilder, die können ja nicht schmecken. Ja ich weiß, Du teilst gerade das Schicksal mit den Frazebuckfreunden, Du kannst ja auch nur schauen und nicht schmecken. Okay, Du kannst ja nachbasteln. Wie, steht unten – also ganz unten!

Du erinnerst Dich an das Wellnessprogramm vom Landhuhn!? Soviel Schnickschnack habe ich mit dem Bressehuhn gar nicht gemacht. Natürlich hatte es auch meine volle Aufmerksamkeit, denn das begann schon direkt beim Kauf.
Vorab, glaub nicht dass dieser Gaumenschmaus hier an jeder Ecke herumliegt.
Punkt eins, ich musste es bestellen.
Punkt zwei, es war sündhaft teuer und wenn ich sündhaft sage, dann meine ich das auch.
Punkt drei, ich hatte mächtig die Hosen voll. Also jetzt nicht dass Du denkst mir wäre ein Malheur(chen) passiert, nein! Ich hatte die Hosen voll im Sinne von *na hoffentlich vermassele ich das teure Huhn nicht* denn dann hätte ich mich echt geärgert.
Punkt vier, ich habe es von dem Geflügelhändler meines Vertrauens tranchieren lassen, besser ist besser, Er ist der Profi und ich eben nicht.
Die Ausbeute: 2x Bollen, 2x Keulen, 2x Flügel, 2x Brust, 1x Rückengerippe (das war für die Sauce)
Punkt fünf, alle Nebendarsteller, Pilze und Wein für die Sauce usw., habe ich sorgfältig ausgewählt und waren von bester Qualität.
Punkt sechs, selbst die Nudeln wurden frisch gemacht. Versteht sich ja auch von selbst, oder? Du gehst ja auch nicht im Abendkleid in die Oper und nimmst als Handtasche eine Plastiktüte mit. Also, mein Bressehuhn hatte zwar keine Designer Clutch, aber dafür selbstgeklöppelte Bandnudeln.
Jetzt müsste eigentlich Punkt sieben kommen, mir fällt aber gerade nichts Gescheites mehr ein, außer natürlich das eigentliche Rezept. Also kommt jetzt
Punkt sieben, Rezept für Bressehuhn ohne Ingwer dafür aber mit frischen Bandnudeln und Pilzrahmsauce:
1 Bressehuhn
30 g Butterschmalz
30 g Butter
250 ml Chardonnay-Weißwein
½ Liter Wasser
100 g kleine Zwiebeln
250 g braune Cremechampignons
10 g Zucker
2 Becher Créme frâiche
Pfeffer und Salz
Das Bressehuhn in acht Teile schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen.
Das Butterschmalz erhitzen und die Hühnerteile von allen Seiten anbraten. Mit dem Wein und dem Wasser ablöschen und zugedeckt 20 Minuten garen. Nach der Garzeit die Hühnerteile auf einem Rost geben und im Backofen auf niedriger Stufe warm halten und kurz vor dem Servieren unter dem Grill knusprig bräunen. Den Bratensud auffangen und zur Seite stellen.
Die Zwiebeln und Champignons putzen und halbieren. Die Butter erhitzen, das Gemüse zugeben und mit Zucker bestreuen. Beides in der heißen Butter anbraten und auf kleiner Heizstufe garen. Mit dem Bratensud ablöschen und etwas einkochen lassen. Créme Frâiche in das Gemüse rühren.

Die gebräunten Hühnerteile mit Bandnudeln und Rahmsauce anrichten und servieren.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Auf dem Weg zum Pulled Pork, Barbecuesauce…

…glaub es mir, es ist gar nicht so einfach an so einen fertigen Pulled Pork Burger zu kommen. Dieser, oder besser, unser PP-Burger, das PP steht nicht für persönliches Pech, besteht aus vier Komponenten, also quasi ein Bausatz.
Die Brötchen, die in der PP-Fachsprache mit Sicherheit ganz anderes heißen und auch garantiert ganz anders gebacken werden, habe ich gestern hier vorgestellt.
Heute sollte eigentlich der Krautsalat dran sein.
ABER, Du liest es schon, ein großes aber! Ich habe ihn nicht fotografiert, also den Krautsalat!
Komponente zwei des Bausatzes musst Du also kaufen, Dein Lieblingskrautsalat Rezept verwenden, oder Du wartest einige Wochen bis ich nochmals Krautsalat mit Bilder poste.
Machen wir also mit Baustein drei, ähhh nee, mit vier weiter. Drei ist das Pulled Pork und das kommt zum Schluss.
Heute Part vier, die Barbecuesauce. Du solltest Dir wirklich die Mühe, wenn man überhaupt von Mühe reden kann, machen und diese leckere Sauce ganz frisch selber basteln.
Ich habe überall in den Rezepten so ein ganz klein wenig geklaut und das Ergebnis passte, also uns auf jedem Fall und den Kollegen von Herrn GB. Doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte und jetzt bekommst Du erst einmal das Rezept von der Sauce, die übrigens auch sehr gut zu Braten und Gegrilltem jeder Art passt.
Barbecuesauce:
180 g Zwiebeln in feine Würfel
3 Knoblauchzehen fein gehackt
30 ml Olivenöl
½ Teelöffel Kreuzkümmel gemahlen
1/2 Stange Zimt
1 Sternanis
1 Messerspitze Cayenne
1 Esslöffel Senfkörner, hell
1 Esslöffel Thymian, fein gehackt
1 Esslöffel Pimentón de la Vera, geräuchertes Paprikapulver
1 Flasche Malzbier 0,33
100 ml Tomatenketchup
50 ml Sojasauce, dunkel, Thailändische
1 Prise Zucker
Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebelwürfel zusammen mit dem Knoblauch bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Alle Gewürze zugeben und kurz mit andünsten.
Mit Malzbier ablöschen und aufkochen. Ketchup und Sojasauce einrühren und bei milder Hitze 10 Min. einkochen lassen. Die Zimtstange und den Sternanis herausfischen. Die Sauce mit dem Pürierstab mixen und anschließend durch ein Sieb streichen. Wenn Du die Sauce jetzt nochmals aufkochst, in Twist-off-Glaser füllst und sofort verschließt, ist sie locker 6 Monate haltbar. Du kannst aber auch auf Nummer sicher gehen und die Gläser obendrein 20 Minuten im Backofen oder im Dampfgarer einkochen.


Dienstag, 7. August 2012

Orangenhähnchen mit Kräutern á la Greta…

Jetzt wollt Ihr wissen wer Greta ist! Greta ist eine ganz entzückende Person die ich persönlich gar nicht kenne. Ja verdreh nur die Augen, es ist aber genauso wie ich es eben schrieb. Greta und ihre feine Küche habe ich in einem dieser social network foren kennengelernt. Dort sind wir in einer Gruppe in der wir uns nicht nur übers Essen und Trinken austauschen. Zu meinem Bedauern schreibt Greta keinen Foodblog. Sie kocht für Cherie und ihre Tochter und verwöhnt sie nach Strich und Faden. Oft schüttelt sie, während sie im Forum ihre Zutaten schreibt und um Hilfe bittet, schon ganz allein die fantastischsten Rezepte aus dem Ärmel. Sie kocht üblicherweise nachts, denn Cherie hat Hunger wenn er aus seiner Arbeitsküche nach Hause in Gretas Küche kommt. Wie oft ich Cherie schon wegen seinem nächtlichen Mahl beneidet habe kann ich gar nicht sagen. Klar jetzt könnt Ihr denken Klärchen ist wiedermal voll neben der Spur, sie beneidet jetzt schon ihr unbekannte, weitentfernte Menschen ums Essen. Nee, hier geht es nicht einfach nur ums Essen! Hier geht es um die Darbietung, die ein fröhlicher, gutgelaunter Mensch allabendlich für seine Lieben zaubert und nicht um materiellen Neid. Ich höre in meinem Umfeld so oft von der Lustlosigkeit des Kochens und ich staune nicht schlecht wie viele Fertiggerichte täglich in die Einkaufwagen wandern. Das einzige Fertiggericht das evtl. mal ins Büdchen einzieht, ist ein Joghurt mit Frucht. Bei Greta scheint es ähnlich zu sein, sie werkelt auf jedem Fall immer mit frischen Zutaten. Tja und letzten Freitag hat sie wieder zugeschlagen, sie zauberte einen Flattermann allererster Güte. Ein Orangenhähnchen mit Kräutern goldgelb zart gebräunt und gegart. Obwohl ich bereits satt bis zum Platzen war, sammelten sich beim Anblick dieser appetitlichen Vorstellung in meinem Mund kleine Pfützchen die von einer Wange in die andere plätscherten. Ich musste Greta nicht lange bitten und schon schob sie mir die Anleitung rüber. Jetzt glaub nicht ich hätte mein Vorhaben auf die lange Bank geschoben, nee! Gleich gestern habe ich Herrn GB auch mit so einem Hähnchen überrascht und er hat geschwärmt ohne Ende. Normal müsste es Greta bis in den hohen Norden gehört haben, oder zumindest hätte sie einen Schluckauf haben müssen, so sehr haben wir während unseres Schmausens an sie gedacht.
Greta hat mir versichert ich darf ihr Rezept hier veröffentlichen damit Ihr nachbasteln könnt. Also viel Spaß…
Ein ordentlich gutes Huhn (Gretas Worte) ich habe ein freilaufendes Maishähnchen genommen. Also es kam jetzt nicht ins Büdchen gelaufen, dahin ließ es sich dann doch wegen Überangebot an Bewegungsmangel tragen.
Butter mit Kräutern schmelzen, Kartoffeln und Tomaten schnippeln. Das Huhn ordentlich mit der Kräuterbutter einreiben/übergießen ... gerne auch unter die Haut, Orangen in Scheiben oder wie man möchte und extra Zesten abziehen, Salz und Pfeffer, Piment d`Espelette oder anderes Paprikapulver, Kräutern...
Das Huhn mit Orangen, Kräutern und Gewürzen auch füllen.
Ach ja, auf keinem Fall die Zwiebeln und den Knoblauch vergessen, davon kannst Du ruhig reichlich verwenden.
Alles in eine Ofenform geben, das Gemüse drumherum drapieren und erst bei geringerer Hitze abgedeckt im Ofen garen lassen, zwischendurch mit dem ausgetretenen Saft begießen, nach ca. 1 Std. Abdeckung entfernen und die °C auf ca. 200 °C erhöhen und auch immer wieder mit Salzwasser/-Brühe begießen, damit die Haut knusprig wird
... die ganze Bude riecht herrlich nach dem Huhn und nach Orange (Gretas Worte)

Die Kartoffeln und die Tomaten mussten bei mir leider draußen bleiben, die Form war so voll, weil sich das Maishähnchen einfach zu dick gemacht hat. Es hatte sage und schreibe 1900 g! Eindeutig Übergewicht. Alles in allem habe ich das Hähnchen gut 1Std. 45 Minuten im Backofen gehabt und es war butterzart und außen knusprig.

Herr GB begrüßte mich mit dem Kommentar: Was riecht es hier so lecker nach Huhn und Orangen? (Noch Fragen?)


Dienstag, 26. Juni 2012

Zwiebelkuchentörtchen, das Gewinnergeheimnis der deutschen Elf…

Könnt Ihr Euch an das Fußballspiel am letzten Freitag erinnern? Unsere Elf gegen die Griechen. So ein Match kann ich mir unmöglich entgehen lassen, aber wiederum hatten wir natürlich nach einem langen Arbeitstag und Hunger bis unter die Arme. Also musste es mal eben schnell etwas für den hungrigen Zahn geben. Ihr wisst schon, irgendetwas Leckeres das einfach so auf die Hand passte. Nur keine Messer-Gabel-Speise, im allerhöchsten Fall noch mit Löffel essbar. Die Verletzungsgefahr ist einfach zu hoch wenn es beim Spiel hochhergeht. Also habe ich kurzerhand kleine Zwiebelkuchentörtchen gebacken, die rutschten während des Spiels einfach so hinunter und mit jeden Törtchen gab es ein weiteres Tor. Sechs Tore sind gefallen, aber glaub jetzt bloß nicht sechs Törtchen pro Person, nach drei bist Du granatensatt. Ich bin ja überzeugt dass die Jungs nur wegen der Törtchen gewonnen haben.
Jetzt brauche ich allerdings noch einen guten Rat für kommenden Donnerstag, Da spielen wir, also nicht wir hier im Büdchen, sondern wir die ganzen Deutschen mit unserer Elf  gegen die Italiener. Zwiebelkuchentörtchen ist auf jedem Fall ein Gewinneressen.  Doch jetzt bin ich ja am kommenden Donnerstag echt in der Zwickmühle. Was ist wenn ich die Törtchen jetzt nicht mache, ist dann das Büdchen Schuld für die Niederlage einer ganzen Nation? Was ist wenn jeder der diesen Artikel liest Zwiebeltörtchen machen muss, damit die Jungs gewinnen? Kannst Du die Schuld des Verlierens auf Dich nehmen wenn Du keine Zwiebenkuchentörtchen backst und unsere Elf verliert? Also ist schreib mal jetzt mein Rezept auf und bis Donnerstag hast Du genug Zeit die Zutaten zu besorgen und die Törtchen zu backen. Die schmecken übrigens auch super wenn sie kalt und ein Tag alt sind. Also am Donnerstag etwas anderes als Zwiebelkuchentörtchen auf den Tisch zu bringen ist schon mächtig mutig. Sollte unsere Elf verlieren, kannst Du Dir die gesamte Schuld an die Fersen heften, ich würde es mir an Deiner Stelle nochmal reiflich überlegen…
375 g Mehl
½ Hefewürfel
½ Teelöffel Zucker
200 ml Wasser, lauwarm
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Speiseöl
Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Vertiefung drücken und die Hefe dahinein krümeln. Den Zucker zugeben und mit etwas Wasser angießen. Leicht gehen lassen bis die Hefe leicht aufschäumt. Dann alle weiteren Zutaten zugeben und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Gehen lassen bis er sich um das Doppelte vergrößert hat. Nochmals kräftig durchkneten und in 12 Portionen teilen. In kleine Tortelettformen Backpapier geben und jeweils eine Portion hineindrücken. Nochmals gehen lassen.
Zwischenzeitlich die Zwiebelmasse vorbereiten. Dafür knapp 1 kg würzige Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Mit etwas Öl und gute 100 g magere Schinkenwürfel in einer Pfanne andünsten. In einer Schüssel drei Eier mit 300 g Creme fraiche, Salz, Pfeffer, etwas gemahlenem Kümmel verschlagen. 150 g geriebener Parmesan oder Höhlenkäse unter die Eiercreme mischen.
Die Zwiebel-Schinken-Mischung ebenfalls zugeben und alles gut verrühren.
Portionsweise in die Tortenförmchen geben die bereits mit Hefeteig ausgelegt sind.
Nun die Förmchen in den vorgeheizten Backofen geben und ca. 35 Minuten bei 180°C Umluft gar backen.
Das ein Glas Wein der ideale Begleiter ist muss ich jetzt wohl nicht ausdrücklich erwähnen, oder?