Sonntag, 8. Dezember 2013

Dienstag, 3. Dezember 2013

Wenn einer eine Reise tut dann kann er was erzählen…

…ich war verreist und hab etwas zu erzählen. Hast Du Lust auf eine Fortsetzung vom Kachelofa? Du kannst Dich erinnern, ich gehörte im Februar schon zu den Kochbekloppten die durch halb Deutschland reiste um sich mit wildfremden Menschen zu treffen um zu kochen. Ich bin Wiederholungstäter geworden und noch schlimmer, ich bin an den letzten Tatort zurückgekehrt. Ein Tatort den wir, die einst wilden Fremden, lieb gewonnen haben. Es ist nicht einfach nur unser Kochdomizil, nein, es hat sich zu unserem Heimathafen entwickelt. Schuld ist unser Käpt´n und Frau S. Das das Kachelofa zu "unserem" Heimathafen mutierte lag aber auch in den Händen der Besitzer.
Frau B. und Herr E. passen aber auch irgendwie zu uns. Ich sag nur „t.G.d.u.d. (tolle Gastgeber durch und durch) Wie??? Du bist noch immer nicht im Bilde, weißt nicht von welcher Gruppe die Rede ist und was ich hier daher fasele? Jetzt komm, das hast Du doch nicht alles vergessen. Unsere Kochgruppe ist doch bei Frazebuck entstanden und der Käpt´n ist eben der, der die Mannschaft zusammenhält und stets motiviert und ohne Frau S. würde nichts laufen, denn sie ist das Planungsbiest in unserem Team. Mal so unter uns, wie ich Frau S. kenne, plant sie schon wieder. Sie lässt nicht locker, ihr geht es mittlerweile wie uns allen, aus den wilden Fremden sind die wilden Freunde geworden und man freut sich aufs nächste Treffen. Man setzt alles daran dabei sein zu können und würdest Du den wilden Haufen kennen, wüstest Du was ich meine. Jetzt sollte man ja annehmen, da steht ein langes Wochenende vor der Tür und man freut sich aufs chillen und relaxen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Durch die Bank sind alle so hibbelig und wild, dass sich jeder freiwillig irgendeinen Job ans Bein bindet. Nur schon alleine für die Beschaffung der Zutaten werden keine Kosten und Mühen gescheut Da haben wir z.B. Frau PE.
Frau PE. benötigte dringend ein Kaninchen, also ist sie per Zickzackkurs zum Treffpunkt gefahren. Sie brauchte zwar etwas länger, aber dafür hatten wir fantastische Kohlrouladen mit Kaninchen gefüllt, frischer als frisch. Ob das Kaninchen jetzt den Kohl im Schlepptau hatte, entzieht sich meiner Kenntnis. Auf ihrer Expedition hat sie dann auch noch gleich einen Rehrücken erlegt.
Natürlich zur Freude von Herrn St. Der das gute Stück in den Smoker verfrachtete und Frau PE. hat das gute Stück mit diversen Kleinigkeiten verfeinert.
Frau Doktor meinte es wieder ganz besonders gesund und servierte uns Spinat mit Ei auf ihre ganz eigene Art.
Sie hatte allerdings noch einen weiteren Joker in der Pfanne, Südtiroler Schinkenröllchen.
Wir wären nicht wir, wenn es nicht essenstechnisch bei uns international zuging. Die zweite Frau S., ganz neu im Team und eine Bereicherung für uns alle, ist Asienspezialistin. Ich kann Dir sagen, wie sie den Oktopus und die Garnelen mit ihrem chinesischen Harakiri-Messer (oder so ähnlich) zur Strecke gebracht hat. Ich bin froh keine Garnele zu sein. Ihre Zutaten stammten zum Teil direkt vom asiatischen Kontinent, von ihr selbst gekauft auf Märkten in Thailand, watt sechste jetzt. Erst zauberte sie einen Oktopussalat
und dann verwöhnte sie uns noch mit Mangoldröllchen.
Die dritte Frau S. im Bunde machte es mal ganz fein. Extra angereist aus Wien, (da fällt mir gerade ein, wo war der Wienerschmäh?) servierte sie Rinderfilet auf Kartöffelchen mit Senfschaum,
machte vor der Bischofstulle Kardinalschnitte nicht halt
und toppte das Ganze noch mit einer Traumkombi von Lammkrone mit Aligot und Ratatouille. (ich bin ja jetzt nicht der mega Lammfreund und habe deshalb meine Lammportion großzügig an die anderen Ausgehungerten abgetreten).

Im Osten der Republik macht man es besonders schick, da wird der Lachs vor dem servieren in Pernod gebadet eh er in Vereinigung mit Linsen die Teller zierte. Frau Kampi wusste was sie tat.
Auch der Kürbis bekam von ihr eine Einreibung wie eben im Wellnesshotel.

alle Bildrechte bei Oberst trifft Sahne
Die Speisekarte stand zum größten Teil schon lange vor unserem Treffen fest und ich hatte Zeit zum Planen. Wie sollte es anderes sein, ich fühlte mich vor unserem Treffen genötigt nach Südtirol in Urlaub zu fahren, die anderen hatten sich schließlich auch ins Zeug gelegt. Ich musste unbedingt den Kaiserspeck für den Speckknödelsalat besorgen,
denn das hatte ich schließlich versprochen. Gerne wäre ich auch noch nach Südamerika gefahren zwecks Ananas Einkauf. Aber in mein Ananas-Panna-Cotta kam lediglich Ananassirup. Du weißt schon, Eiweiß, Enzyme, Gelatine und sonn Gedöns. Frische Ananas zusammen mit Eiweißprodukte und Gelatine wird nicht fest. Da ich keine frische Ananas benötigte, hat mir Herr GB das Budget gestrichen und ich musste vor Ort in den Supermarkt reisen um den Sirup zu besorgen.
Die wilden Fressbiester und -bengel mopperten zwei Tage vor unserem Kochtreffen herum, uns würde noch ein Dessert fehlen, obwohl Herr ST. noch mit geplankte Blutäpfel
und Frau C. noch mit einem Coca-Cola-Kuchen in der Pipeline stand.
Aber süß geht ja bekanntlich immer, also opferte ich mich für die Herstellung eines kleinen zusätzlichen Desserts. Da kam mir mein altes Rezept vom Avocadoeis gerade recht, wenig Aufwand, große Wirkung. Noch schnell tack, tack einen Florentiner und ein Zartbitterherz dazu und fertig war der Nachtisch. Jetzt fragst Du Dich ob ich die Avocado persönlich in Mexiko oder sonst irgendwo auf der Welt, wo sie angebaut werden, abgeholt habe!? Nein!!! Ich sagte doch bereits, das Budget war gestrichen!

Glaub nicht das war alles was in unserer Küche geklöppelt wurde. Die andere Frau C. trumpfte mit Pain Perdu, Fourme d'Ambert und Birne auf. Aber damit nicht genug, so ganz nebenbei gab es noch ein nettes Arrangement im Glas, Transparence de Saumon au Raifort mit Schafsjoghurt und Meerrettich.
Der Käpt´n ließ erst die Muscheln in der Kartoffelsuppe versinken und anschließen uns in dem fantastischen Genuss. Nicht einfach nur eine Kartoffelsuppe, zwar genauso schnell gekocht, aber eben auf einem Niveau eines Genusssüppchens.
Ich kann Dir gar nicht alles aufzählen wie sich jeder Einzelne ins Zeug gelegt hat und ich hoffe keiner ist böse wenn ich irgendetwas vergessen habe.
Dass Du bis jetzt ausgehalten hast ist eine Belohnung wert, was hältst Du von einem Rezept? Ananas-Panna-Cotta-Rezept? Ach da wartest Du die ganze Zeit schon drauf? Warum sagst Du denn nichts? Danke für Deine Geduld.
Ananas-Chili-Panna-Cotta mit Ceviche und Garnelen
Panna Cotta:
400 ml Sahne
2 rote Chilischoten, die Größeren mit fruchtiger Schärfe
105 ml Ananas-Sirup (z.B. Monin)
3 Blatt Gelatine
2 g Safranfäden
1 kleine Prise Salz
Die Sahne mit der Prise Salz und den Safranfäden in einen Topf geben. Die Chilischoten bei 220°C im Backofen legen bis die Haut dunkel verfärbt ist und sie Blasen wirft. Die Schoten in ein feuchtes Tuch (Küchenrolle) rollen, kurz ruhen lassen. Nach diesem Vorgang lässt sich die Haut problemlos abziehen. Die Schoten entkernen und das Fruchtfleisch fein hacken und ebenfalls zur Sahne fügen.
Die Gelatineblätter in Wasser quellen lassen. Zwischenzeitlich die Sahne aufkochen. Einmal kräftig mit dem Pürierstab durch mixen und durch ein Sieb filtern. Die Rückstände (Safran und Chili) kräftig ausdrücken. Die Gelatine abgießen, ausdrücken und im Wasserbad auflösen. Anschließend zusammen mit dem Sirup in die gefilterte Sahne mischen. Die Mischung in kleine Formen füllen und einige Stunden im Kühlschrank auskühlen bzw. fest werden lassen.
Ceviche:
1 Orange
2 Limetten
1 Zitrone
50 ml Olivenöl
¼  Bund Koriander
½  Bund glatte Petersilie
2 rote Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 rote Chilischote, auch hier wieder die Größere mit fruchtiger Schärfe
1 gehäufter Teelöffel Muscovadozucker
1 ½ Teelöffel Ketchup
1 aromatische feste Tomate
Meersalz
Weißer Pfeffer
Pro Person einen Riesengarnelenschwanz
Etwas Öl zum anbraten.
Die Zitrusfrüchte auspressen, Korianderblätter, Petersilie, Zwiebeln, Knoblauch und die Chilischote fein hacken. Die Tomate mit heißem Wasser überbrühen, häuten, entkernen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Nun alle Zutaten zusammen verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Garnelenschwänze in etwas Öl leicht anbraten, aber wirklich nur leicht, sie sollten nur soeben die rosa Farbe bekommen, aber innen noch glasig sein. Die Garnelen in die Ceviche legen und bis zum Anrichten ziehen lassen.
Zum Anrichten die Panna-Cotta auf Teller stürzen, die Garnele daneben setzen, Ceviche aufträufeln. Chilifäden auf die Panna-Cotta geben und einen gerösteten Brotchip anlegen.
Ceviche wird an fast allen Küsten Südamerikas gegessen. Zumeist mit rohem Fisch oder rohe Meeresfrüchte, aber es gibt auch Rezepte mit gekochtem Huhn und Süßkartoffeln. Die Variationen sind schier unendlich, mal süßlich, mal sehr scharf, auch säuerlich-salzig ist nicht ungewöhnlich.
Diese Zubereitung kommt aus Ecuador und wird dort mit salzigem Popcorn und Bier serviert. Uns schmeckt ein fruchtiger Riesling dazu.

hier, hier und hier findest Du weitere Beiträge zum Kochtreffen

Dienstag, 19. November 2013

Törtchen wie im Schwarzwald…

…kennst Du das, Du hast Appetit auf Gebäck aber einen ganzen Kuchen backen willst Du nicht? Es soll so einfach wie möglich sein, und Du hast einfach keine Lust auf pompöses Gedöns?
Ich habe kleine Törtchen ausgegraben, ich dachte was in groß lecker ist kann in klein nicht schlechter schmecken und ich hatte mit meiner Theorie tatsächlich recht.
Magst Du auch Kleingebäck das Du mal eben so mit einem oder zwei Habs wegputzen kannst? Dann habe ich für Dich genau das Richtige. Ich hatte die kleinen Gaumenkitzler schon mal irgendwann im März gemacht und jetzt kamen sie mir genau richtig als es mal wieder schnelles Naschwerk geben musste.
Du musst auch nicht viel machen, Du backst einen Boden, Du machst eine Creme, eine Schokoglasur und bastelst alles zusammen, fertig.
Du brauchst einen Bastelplan? Okay, fangen wir mal langsam an, am besten mit den Zutaten:
185 g Süßrahmbutter
330 g Feinster Zucker
6 getrennte Eier
2 Esslöffel Milch
Prise Salz
110 g Mehl
1 Teelöffel Backpulver
70 g Kakao
125 ml Kirschwasser oder noch besser Kirschlikör
320 g Schwarzkirschkonfitüre
300 g geschlagene Schlagsahne
200 g entsteinte Sauerkirschen abgetropft
Butter mit dem Zucker, der Milch und den Eigelben schaumig schlagen. Mehl mit Backpulver und Kakao mischen und zu dem Eigelbschaum geben. In zwei Portionen das Mehlgemisch unterrühren. Nun das Eiweiß mit der Prise Salz zu Eischnee schlagen und unter den Teig heben.
Eine rechteckige Backform in der Größe 20 x 30 cm fetten und den Teig in die Form füllen. Die Backform in den vorgeheizten Backofen schieben und bei 160°C ca. 35 Minuten backen.
Nach der Backzeit den Kuchen auskühlen lassen und einmal quer durchschneiden.
Beide Kuchenplatten mit dem Likör tränken und in 40 kleine Würfel schneiden. Die untere mit der Konfitüre einstreichen und Sahne aufstreichen. Nun den oberen Würfel aufsetzen.
Für die Schokoglasur 220 g dunkle Schokolade (halbbitter) in 125 ml warmer Sahne auflösen. Die Schokolade muss komplett aufgelöst sein. Die Ganache abkühlen lassen, aber sie muss noch gut streichfähig sein. Die Oberseite der Kuchenwürfel mit der Ganache bestreichen, jeweils ein Kirsche aufsetzen, in kleine Papierförmchen geben und bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren.

Für ein schnelles Kaffeegebäck doch echt keine schlechte Idee, oder!?

Montag, 18. November 2013

Mein Cookie ist kein Hamster…

…nein ich bin nicht durchgeknallt und ich weiß auch das ein Cookie eigentlich ein Keks ist und das Krümelmonster in der Sesamstraße Kekse liebt. Das war früher schon so und ist heutzutage sicher nicht anders.
Klar gibt es dann auch noch die Cookies die sich auf Computern einrichten, natürlich alles nur zu Deinem Wohl…
Und dann gibt es da noch eine liebe Facebookfreundin deren Familie ihr Leben mit einem Hamster teilt und dieser kleine Wicht heißt ebenfalls Cookie, mal taucht er ab, mal taucht er auf, dabei wird es in der Familie nie langweilig.
Aber die Krönung aller Cookies ist jetzt ins Büdchen eingezogen. Essen kannst Du ihn nicht, in meinen Computer wird er sich mit Sicherheit auch nicht einnisten. Zum tauchen taucht er nicht und er taucht auch nicht ab wenn ich das nicht will. Aber jetzt halt Dich fest, er kann kochen. Um genau zu sagen, er kann schmoren. Klar, so ganz ohne Vorbereitung kommt er natürlich nicht aus, aber wenn Du ihm erst einmal alles zurechtgelegt hast, bekommst Du einen Gaumenschmaus der seines gleichen sucht.
Mein Cookie ist ein Slow Cooker.
Verursacher war Jutta, die mit ihrem Kochwahn! Bei Frazebuck musste sie ja unbedingt ein Bild von ihrem Slow Cocker veröffentlichen und damit herumprahlen wie klasse der ist, dass er förmlich ganz alleine kocht. So frei nach dem Motto „während Du schliefst strickst“ Nee, meine liebe Schnuppschnüss, das Stricken fang ich nicht wieder an.
Also die Jutta, die Alice und noch so ein paar andere Mädels machten da ganz schön ein auf dicke Hose mit ihren Slow Cocker. Jetzt kannste Dir ja vorstellen wie ich mir als Haushaltsgerätejunkie vorkam. Ausgerechnet ich, die an fast keinem Elektrogerät vorbei kommt, hat keine Ahnung um was es sich bei diesem Dingen dreht. Da die Mädels genauso geräteverrückt sind wie ich, war ich für sie ein gefundenes Fressen willkommenes Opfer. Ätschibätsch Du hast den nicht, ätschibätsch Du hast den nicht. Warum fühlte ich mich gerade in die Vergangenheit, so erste – zweite Schulklasse, versetzt!?
Dank Tante Google ist das ja heutzutage alles kein Problem, dreimal klick und das Teil ist auf dem Weg zu dir.
Es ist Samstag, ich bin mit Herrn GB unterwegs, per Smartphone beobachte ich die Anlieferung meiner neuen Haushaltshilfe.
„Die Ware wurde bei ihrem Nachbarn abgegeben.“ Sollte der Nachbar die Lieferung nicht rausrücken, benachrichtigen Sie uns und wir schicken einen Vollstrecker vorbei.
Mein Cookie ist angekommen und ich bin unterwegs!!! Welch ein Glück, denn dann kann Herr GB noch eben ein Stopp an dem von mir bevorzugten Laden einlegen und ich besorge mal eben Schweinebäckchen. Wenn Cookie die schafft, ist er klasse. Er hat sie geschafft!!!
Gut parierte Schweinebäckchen (650 g – 700 g) in einer Pfanne von allen Seiten gut anbraten. Von der Pfanne in den Keramikeinsatz des Slow Cookers legen.
Zwei Möhren, ein großes Stück Sellerie, eine Zwiebel, zwei Knoblauchzehen, und ein großes Stück Lauch, alles in kleine Würfel schneiden.
Das Gemüse im Bratensatz der Bäckchen kurz anschmoren, mit ½ Liter Gemüsebrühe ablöschen. Gemüse samt Brühe ebenfalls in den Keramikeinsatz geben. Nun noch einen halben Liter guten Rotwein angießen und mit Salz und Pfeffer würzen. Ein Lorbeerblatt, 3 Pimentkörner, je 5 schwarze und weiße Pfefferkörner, 1 Nelke mit etwas Salz zerreiben und ebenfalls in den Topf geben.
Deckel auf den Topf legen, Stecker einstecken, Schalter auf High und ab geht die Post nun kann er zeigen was er kann.
Es ist Samstagnachtabend 22:00 Uhr und er hat Zeit bis morgen früh.
Am Sonntagmorgen duftet es in der ganzen Wohnung als hätten Heinzelmännchen über Nacht gekocht, dabei war es kein Heinzelmann (Du kennst Loriot und den Staubsaugervertreter) sondern schlicht und einfach nur mein Cookie. Die Bäckchen sind zart, sehr zart, Herr GB teilt sie mit einer Gabel, nur mal so zum probieren. Einer muss das ja übernehmen und sich opfern.
Die restlichen Bäckchen kommen auf einen Teller, der Gemüsesatz in einen Blender. Der Gemüsesatz wird kräftig aufgemixt und es entsteht eine wunderbar sämige Sauce. Wer es besonders edel mag streicht die Sauce durch ein Sieb, wir mochten es besonders edel. Was Du dazu kochst bleibt Dir überlassen, uns gefiel eine festkochende Salzkartoffel dazu.
Urteil von Herrn GB: nur schon alleine wegen der Bäckchen eine lohnende Anschaffung.
Mein Urteil: die Bäckchen werden noch mal gekocht und jetzt schieße ich mich noch auf Grünkohl, gefüllte Paprika, Pfefferpothast und Kartoffelgratin ein. Wenn er all diese Disziplinen auch noch mit Bravur meistert, geht evtl. der Trend sogar in Richtung zweiten Cookie.
Danke Jutta und Alice und allen anderen Mädels bei diesem Kaufentscheid. Eine der besten Empfehlungen.

Sonntag, 17. November 2013

Letzter Tag in dieser Woche, letztes Buch in dieser Woche...

Alle Rechte: Ariane Bille
Ich weiß, ich bin spät dran, heute ist der letzte Tag für eine Buchvorstellung. Also das soll nicht heißen, dass jetzt keine Bücher mehr ins Büdchen einziehen, oder sogar nicht mehr gelesen werden! Nur bei der Vorstellung wird mir schon ganz schlecht. Nein, im Rahmen der Buchwoche "jeden Tag ein Buch" ist heute der letzte Tag für eine Buchbesprechung.
Für heute habe ich mir ein Buch von Angelo Sosa ausgesucht. Mit dem Titel "Geschmack entscheidet" ist es im Jan Thorbecke Verlag erschienen und an dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die Unterstützung des Verlages bedanken.
Es ist ein Buch das sich mal so ganz von anderen Kochbüchern abhebt. Es heißt wohl nicht umsonst im Untertitel „Meine außergewöhnliche Aromenküche“
Die Rezepte sind geprägt von asiatischen Zutaten bzw. Gewürzen. Ganz klar Angelo Sosa beweist in diesem Buch schon dass er eine DER Kochgrößen ist. Vielfältige Kombinationen die man sonst nirgends findet, werden in diesem Buch geballt geliefert. 
Alain Ducasse hat das Vorwort zu diesem Werk verfasst. Na wenn das kein Zeichen ist. Es muss wohl schon etwas ganz besonderes sein, wenn Alain Ducasse sich die Zeit dafür nimmt.
Wie auch schon Herr Ducasse bemerkte, wurde jedes Rezept mit einer kleinen Geschichte begleitet und steht unter dem Stern der Kreativität.
Die ansprechenden warmen Fotos wurden von William Brinson beigesteuert.
So machen nicht nur die Rezepte Appetit.
Der Aufbau der Lektüre ist mal so ganz anders, was mich im ersten ansehen zwar etwas überraschte, aber wenn man sich mit dem Konzept befass, durchaus Sinn macht.
Nach dem Vorwort und der Einleitung geht es mit süß weiter. Falls Du jetzt glaubst die Desserts kommen als erstes, liegst Du falsch. Süß ist nicht gleichzusetzen mit Dessert, sondern es geht lediglich um den Geschmack süß. Hier findest Du eine Süße Tomatensuppe mit Currysahne oder Gegrillte Entenbrust mit Honig-Pfeffer-Glasur.
Nach süß kommt salzig, rauchig, bitter, sauer, umami, scharf, erdig und zum guten Schluss nussig.
Gleich am Anfang in den Rezepten findest Du neben den Portionsangaben die Zubereitungszeit und Angaben zum Geschmack. Hier werden von Herrn Sosa immer drei Angaben gemacht die den Geschmack in dem folgenden Gericht bestimmen.
Hühnchen in Soja-Tee-Marinade wird von umami-erdig-duftend bestimmt.
Nach den genannten Angaben folgt immer die bereits schon erwähnte kleine Geschichte. Immer sehr interessant und informativ.
Ebenfalls die Rezepte selbst, sie sind gut beschrieben und die Erklärungen sind ausführlich und detailliert.
Allerdings habe ich auch eine Anmerkung die mir weniger gut gefällt. In einigen Rezepten wird bei Zutaten auf ein anderes Rezept verwiesen und oft findet man dort eine Beschreibung wie die Zutat hergestellt wird. Das finde ich eher unpraktisch denn im schlimmsten Fall muss ich erst einmal ein Rezept nacharbeiten um ein anderes Gericht zubereiten zu können.
Das schmale Hochkantformat ist ungewöhnlich 28,8 x 17,8 x 2,2 cm und mit einem Hardcover im zusätzlichen Schutzeinband.
Es hat 208 Seiten und die ISBN: 978-3799503792 und wie schon erwähnt, im Jan Thorbecke Verlag erschienen.
Das sympathische Buch endet mit einem alphabetischen Register und letztendlich mit Danksagungen an, ihm wichtige, Wegbegleiter.
Ich habe mich für ein Rezept mit dem Geschmack bitter-säuerlich-kräuterwürzig entschieden.
Würdest Du bei dieser Geschmacksvorgabe auf Kartoffelsalat tippen? Ich hätte es nicht vermutet, aber ob Du es glaubst oder nicht, es ist einer der besten Kartoffelsalate die ich bisher gegessen habe.
Also im Büdchen gibt es ja selten Wiederholungen, aber dieser Salat steht auf der Liste für Wiederholungstäter. Probier es aus, Du wirst mir sicher zustimmen.
Kartoffelsalat mit Senfkörnern und Dill:
450 g mehlige Kartoffeln (war für mich ungewöhnlich, ich verwende gewöhnlich festkochende)
Meersalz
55 g Butter
3 Esslöffel gelbe Senfkörner
3 Esslöffel Dijon-Senf
2 Esslöffel Mayonnaise
60 ml Reisessig
2 Esslöffel Zucker
50 g fein geschnittene Schalotten (oder feinwürzige rote Zwiebeln)
3 Esslöffel fein gehackter frischer Dill und einige Dillspitzen für das Anrichten.
Die Kartoffel mit der Schale im Salzwasser ca. 20 Minuten gar kochen. Kartoffeln abgießen, abkühlen lassen, pellen, in Stücke (Scheiben) schneiden und abgedeckt zur Seite stellen.
Die Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen und die Senfkörner darin rösten bis sie anfangen aufzuplatzen.
Die Butter mit den Senfkörnern in eine Schüssel geben. Den Senf und die Mayonnaise ebenfalls zugeben. Alles zusammen über die Kartoffeln geben und vermischen. Den fein gehackten Dill ebenfalls unter die Kartoffeln mischen
Nun den Zucker mit Salz und dem Essig gründlich verrühren bis sich der Zucker und das Salz aufgelöst haben. Die fein geschnittenen Schalotten in das Essiggemisch geben und ziehen lassen. Nach einiger Zeit die Schalotten herausheben und zu den Kartoffeln geben.
Mit einigen Dillspitzen anrichten. Wir haben den Salat mit klassisch paniert gebratenen Kabeljau gegessen, ich denke schon alleine wegen dem Senfgeschmack passt gebratener Fisch hervorragend. Ein Glas spitziger Weißwein macht diesen Gang rund.

Freitag, 15. November 2013

Herbst, Kastanien, Suppe oder einfach nur Buch 4...

Passend zur Bücherwoche "Jeden Tag ein Buch" und natürlich zur Jahreszeit ist ein außergewöhnliches Buch im Büdchen eingetroffen.
Alle Rechte: Ariane Bille
Also eingetroffen ist es schon vor Wochen, aber irgendwie war der richtige Zeitpunkt die Rezepte auszuprobieren noch nicht gekommen. Erst war es noch zu sommerlich, dann fehlte das Equipment, die Maronenernte hatte noch nicht begonnen und zum guten Schluss wollte ich mir dieses Buch als eins meiner kleinen Schmankerl für meine Rezensionen in dieser Woche aufheben.
Du kennst den 99Pages Verlag? Nicht? Hmm, das ist schade denn es ist ein Verlag der, so jung er selbst auch ist, seine Bücher entsprechend frisch und modern darbietet. Ein Verlag der von außergewöhnlicher Art geprägt ist sich zu präsentieren.
Das Buch das ich jetzt in Händen halte ist überaus interessant aufgemacht. Von Langeweile keine Spur, was ich recht witzig finde, dass 99Pages nicht nur der Name des Verlags ist, sondern die Bücher nach diesem Konzept aufgelegt werden. Jedes Buch aus diesem Verlag hat meines Wissens 99 Seiten. Bei diesem Buch findest Du auf 99 Seiten alles zum Thema Kastanie und genauso ist auch der Titel des Buches und das möchte ich Dir heute vorstellen. Was der Unterschied zwischen Kastanie und Marone ist, weiß ich zwar noch immer nicht, dafür habe ich aber fantastische Anregungen und Rezepte zur Verarbeitung dieser fast vergessenen Baumfrucht bekommen. Also Vergessen im Sinne der Kulinarik, Kastanienmännchen zu basteln hat in Deutschland mindestens genauso Tradition wie der Tannenbaum zu Weihnachten. Sicher findet man heutzutage wieder mehr Maronistände auf Weihnachtsmärkten als früher.
Auch ist sie beim Gänseessen eine Wichtige Komponente die genauso wenig fehlen darf wie die Klöße und der Rotkohl, evtl. gibt es noch ein Dessert mit einer Maronencreme, aber dann hört es meistens auch schon auf. Okay, in Deiner Region nicht? Wohnst Du evtl. in Frankreich, im Süden Deutschlands oder gar in Italien?
In Südtirol gibt es traumhafte Speisen mit Maronen, im Ruhrgebiet musst Du für derartige Gaumenkitzel selber sorgen.
Mit diesem Buch alles kein Problem mehr.
ClaudeBrioude, der Meister der Rezepte in diesem Buch hat die Kastanie in allen Facetten auferstehen lassen. Als rustikale Bratenfüllung, kräftige Konfitüre, Süppchen, Pasta, Cremes und Kuchen, der Vielseitigkeit Kastanie hat er keine Grenzen gesetzt.
Jedes seiner Rezepte plante er mit einer kleinen Skizze. Aber die Krönung, diese reizenden Skizzen sind ebenfalls abgedruckt. Sehr liebevoll und wunderhübsch.
Zwischen den Rezepten ist das Buch immer wieder mit Wissenswertes und auch Historisches über die Kastanie ausgestattet. Natürlich auch da wieder gefolgt von reizvollen Bilder die auf diese wiederbelebte Frucht aufmerksam machen. Wusstest Du dass die Kastanie mal als Zahlungsmittel, als Tauschwährung und Witwenrente diente?
Für die ansprechenden Fotografien ist Ansgar Pudenz verantwortlich. Sie drücken Behaglichkeit und Wohlgefallen aus. Sie machen Lust auf Herbst für die die Marone ja regelrecht Sinnbild ist.
In den Texten ist immer wieder die Rede davon, dass die Kastanie derzeit ihre Renaissance erlebt, dem kann ich nur zustimmen. Die Texte stammen aus der Feder Rainer Schillings und sind wunderbar interessant aufgeführt. Ein tolles Trio das sich da gefunden hat. Das Ergebnis ist ein rundum sympathisches Werk im schwarz/weiß gehaltenen Hardcover mit Schutzumschlag. Das handliche Format von 25,6 x 20 x 1,8 cm ist gerade so groß das es in der Küche auf der Arbeitsfläche nicht zuviel Platz einnimmt. 17 Rezepte auf 99 Seiten verteilt (okay es sind 104 Seiten, aber nur weil am Anfang noch das Register hinein musste.
Im Handel ist es unter der ISBN: 978-3942518130 erhältlich und wie schon erwähnt, im 99PAGES Verlag erschienen.
Wie schon geschrieben, mit diesem ansprechenden Buch sind die Maronen auch wieder ins Büdchen eingezogen und werden mit Sicherheit noch einige Male in diesem Winter zum Speisenhauptdarsteller avancieren.
Für heute habe ich ein Maronensüppchen mitgebracht. Meine anderen Experimente, wie Ravioli mit Kürbis-Maronenfüllung,  stelle ich Euch demnächst vor.
Kastanien-Samtsuppe mit Sellerie-Gemüsewürfeln und Nuss-Schäumchen:
500 g frische Kastanien
8 gekochte Kastanien
1 Liter Vollmilch
1 Selleriestaude
8 hauchdünne Scheiben Brot
Einige Sellerieblättchen
Salz und Pfeffer
Die Kastanien schälen, ein Drittel der Selleriestaude in feine Würfel schneiden und zusammen mit den Kastanien in der Milch kochen bis die Kastanien zerfallen. Den restlichen Sellerie ebenfalls würfeln und in einer Pfanne dünsten. Die vorgekochten Kastanien in Scheiben schneiden und kurz in einer Pfanne mit etwas Nussöl anbraten. Die Suppe mit einem Purierstab aufmixen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Brotscheiben toasten
Für das Nuss-Schäumchen:
250 ml Wasser
25 ml Nussöl
3 g Soja-Lezithin
Wasser mit Nussöl und Soja-Lezithin in einem Topf eine Minute lang aufkochen. Danach mit dem Pürierstab kräftig aufschäumen.


Vor dem Servieren die gedünsteten Selleriewürfel in die Suppe geben, Suppe auf Teller verteilen und mit den Brotscheiben, gebratenen Kastanienstücken, dem Nuss-Schäumchen und Sellerie- oder Petersilienblättern servieren. Ich habe übrigens noch ein Jakobsmuschelspieß dazugemogelt, der ganz fantastisch passte.